Regionalgeschichte – 2020/2021

Für den Inhalt dieser Seite ist die Kursleiterin Frau Juretzko verantwortlich.
Die Berichte werden fortlaufend geschrieben, bitte nach unten scrollen.

September:

Wir sind unterwegs in der Denkmallandschaft von Peenemünde.

Die militärische Vergangenheit hat ihre Spuren im Inselnorden hinterlassen. Eine Vielzahl von Bodendenkmalen kann man hier besichtigen. Kernstück bilden dabei die Ruinen der Peenemünder Versuchsanstalten – wichtige Denkmale der Geschichte. Die Peenemünder Denkmal-Landschaft ist ein Rundweg, der aus 23 Stationen besteht.

Die Kursteilnehmer besuchten gleich zu Beginn des Schuljahres gemeinsam einige dieser Stationen wie z.B. die Luftschutzbauten, den Bahnhof der Karlshagener Siedlung und das ehemalige VKN-Lager (Versuchs-Kommando Nord).

Sehr beeindruckt waren dabei die Jugendlichen von den Ausmaßen der Splitterschutzgräben, in denen über 30 Menschen Schutz suchten und die während der Bombenangriffe stundenlang eingezwängt auf das Ende der Angriffe warteten und darauf hofften, zu überleben.

Auf Spurensuche im HTM

Am 21.9.2020 besuchte der Kurs Regionalgeschichte das Museum in Peenemünde. Die Schüler erkundeten mit dem Audioguide das Außengelände und einige Bereiche des Museums.
Dabei ging es vor allem um solche Fragen wie:

Was hat der Gedenkstein mit der Geschichte des Inselnordens zu tun?
Was ist eigentlich Vergeltung und wofür wollte man Vergeltung?
Warum gab es hier eine so moderne Werkbahn?
Wie konnte aus einem kleinen Fischerdorf eine militärische Einrichtung werden?
Haben die Bombenangriffe eigentlich auch Auswirkungen auf unser Leben heute?
Warum braucht man das HTM in der heutigen Zeit noch?

Jessika und Kyra wissen nun, dass dieser Gedenkstein 1968 dem Andenken an Michael Dewjatajew und 9 weiteren Häftlingen des KZ Außenlagers gewidmet ist. Diesen 10 sowjetischen KZ-Häftlingen gelang 1945 die spektakuläre Flucht mit einem deutschen Bomber vom Flugplatz Peenemünde.
Die Mädchen haben erfahren, dass die Werkbahn dringend notwendig war, um täglich bis zu 12 000 Menschen der Peenemünder Versuchsanstalt und die Massen an Baustoffen zu bewegen. Ab 1936 entstand unweit dieses kleinen Fischerdorfes Peenemünde eine militärische Einrichtung – die Peenemünder Versuchsanstalten. Die geografische Lage von Peenemünde bot mit einem 400km freien Schussfeld ideale Voraussetzungen für die Entwicklung und Erprobung der V1 und V2. Die Auswirkungen dieser geschichtlichen Vergangenheit spüren nicht nur die beiden Kursteilnehmerinnen noch heute. Immer noch sind viele Waldbereiche hier im äußersten Inselnorden munitionsbelastetes Sperrgebiet.

Es war sehr interessant und wir werden uns mit diesen Fragen in den kommenden Stunden noch ausführlicher beschäftigen.

Oktober:

Arbeitseinsatz an unserem Bodendenkmal

Am 19. Oktober 2020 fand unser erster Einsatz bei der ehemaligen Hauptwache der HVA (Heeresversuchsanstalt) statt. Nachdem wir uns gemeinsam gestärkt hatten, holte uns Herr Böttger aus Karlshagen ab. Aber diesmal regnete es leider als wir in Peenemünde ankamen. Wir glaubten schon, das alles ins Wasser fallen würde. Aber Frau Juretzko schimpfte einmal richtig und es hörte tatsächlich auf zu regnen. 🙂

Nach einer kurzen Einweisung bekamen wir unsere Arbeitsgeräte und dann begannen Luca, Jason, Max, Jessica, Kyra, Lea und Alina wieder die Straße freizulegen. So konnten wir sehen, wie breit die Straße tatsächlich mal war.  Lisa, Anna-Lena, Frau Juretzko und Frau Augustat reinigten den vorderen Teil der Anlage.

Nach getaner Arbeit nahmen wir alles in Augenschein und freuten uns über das Ergebnis.

Vielen Dank an die Mitarbeiter vom HTM, die uns wie immer bei unserer Arbeit so toll unterstützen.