5. Tag in Warschau

Heute besuchten wir das Museum Polin, das die Geschichte der polnischen Juden, aber auch des Warschauer Ghettos thematisiert. Erstaunt waren wir darüber, dass uns gleich am Eingang des Museums eine Sicherheitskontrolle erwartete.
Durch die Ausstellungsräume führte uns ein Guide, der uns sehr anschaulich über das Warschauer Ghetto und den Aufstand erzählte. 

Die Wand im nachfolgenden Bild ist Teil der ständigen Ausstellung und  besteht aus einer Vielzahl von Kacheln. Sie haben alle die Form und den Aufdruck von Suchprotokollen. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten viele Juden, ihre verschwundenen und vermissten Angehörigen wieder zu finden. Für viele waren die Suchprotokolle aber vergebens…. Sie fanden niemanden mehr …

Dieses Denkmal ist den Helden des Warschauer Aufstandes geweiht.

 

Der Nachmittag stand zunächst zur freien Verfügung, manche von uns nutzten ihn zum Ausruhen. Gegen 16.00 Uhr arbeiteten wir weiter intensiv an unserem Projekt „Lernkoffer“, dass uns am Ende nur so die „Köpfe qualmten“.

Am Abend stand auf dem Programm etwas Entspannendes – wir fuhren ins Planetarium. Dort erwartete uns ein Mix aus Konzert und Lasershow.

Ben

 

4. Tag in Warschau

Nach einem umfangreichen Frühstück ging es wieder mit dem Bus zu unserem heutigen ersten Ziel, dem „Warsaw Rising Museum“, zu deutsch „Museum des Warschauer Aufstandes“. 

In den dreißiger Jahren war Warschau eine Art Hauptstadt des Judentums. Mehr als 350.000 Menschen jüdischen Glaubens lebten in der polnischen Metropole. Damit war – zum Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in Polen im Jahr 1939 – fast jeder dritte Bürger der Stadt ein Jude. Im November 1940 bauten die Nazis eine 18 Kilometer lange und drei Meter hohe Mauer um mehrere Stadtteile, in denen hauptsächlich Juden lebten. Diejenigen Bürger jüdischen Glaubens, die außerhalb des Ghettos lebten, wurden in das Ghetto zwangsumgesiedelt. Die Lebensumstände waren hier katastrophal … Ab Juli 1942 begannen die Nazis mit der Deportation der Ghetto-Bewohner. Die meisten kamen in das Vernichtungslager Treblinka. Täglich wurden Menschen aus dem Ghetto auf „Transport“ geschickt. Als im Frühling 1943 nur noch etwa 50 000 von anfangs ca. 500 000 Menschen im Ghetto lebten und die Nazis beschlossen, das Lager aufzulösen, begann der verzweifelte Kampf der jüdischen Bewohner … Unter anderem gruben sie ein Tunnelsystem, von dem sie aus die Deutschen angreifen oder vor ihnen entkommen konnten …   

Wir nutzten die Gelegenheit und erkundeten das Tunnelsystem, das die Polen in Warschau vor fast 75 Jahren genutzt haben, um nicht von den deutschen Besatzern entdeckt zu werden … 

  

 

 

Nach der Mittagspause war das Justizministerium unser zweites Ziel am heutigen Tag. Während eine Gruppe an der Führung teilnahm, genossen wir anderen einen entspannten Spaziergang durch den Park.

 

Die Führung durch das „Cells of Secret Service“, in dem in der Nachkriegszeit Gefangene der damaligen kommunistischen Regierung verhört und gefoltert wurden, war schon sehr beeindruckend und erinnerte uns an vergleichbare Schilderungen aus den 1950ger Jahren in der DDR-Geschichte. 

  Nach dem Abendessen arbeiteten wir in unserem Workshop weiter an den gestrigen Aufgaben.

Hannes 

Letztes Praktikum der 10. Klasse – 2018

Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse absolvierten in der Zeit vom 15. bis 19. Oktober 2018 ihr letztes einwöchiges Praktikum. Frau Friedrich und Frau Schulz haben sie an ihren Arbeitsstellen besucht…

Heiß begehrt waren wie in den Vorjahren die Praktikumsplätze in den Kitas von Karlshagen und Trassenheide. Es ist schon kurios, wie viele Schüler/innen sich einen Beruf mit Kindern vorstellen könnten …

  

Als angehender Erzieher benötigt man die folgenden Eigenschaften und Interessen:

  • Freude am Umgang mit Kindern
  • Kontaktfreude und Kommunikationsfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbstständigkeit
  • gestalterische und handwerkliche Fähigkeiten
  • Fantasie und gute Ideen
  • und … vieles mehr

Darüber hinaus ist in der Regel die Mittlere Reife Voraussetzung für eine Ausbildung zum Erzieher.

*Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Vielen Dank an alle Praktikumsbetriebe für die zuverlässige Betreuung und Anleitung.

3. Tag in Warschau

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus zum „Museum des Warschauer Aufstandes“ (auf polnisch „Museum Powstania Warszawskiego“), das über die militärischen Erhebung der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, kurz AK) gegen die deutschen Besatzungstruppen im besetzten Warschau ab 1. August 1944 informiert.
Dabei ging es wieder quer durch die schöne polnische Hauptstadt. Neben vielen großen Glaspalästen sahen wir auch alte Gebäude voller Geschichte. Hier trafen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander.

Den Eingang zum Museum schmückten polnische Flaggen – das Gebäude schien, so hatte ich den Eindruck, den Fortschritt abzulehnen.

Von Adrian Grycuk – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 pl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58590755

Der große Eingang des Museums versprach viel.  Eine Präsentation vielleicht über Warschau und den Aufstand?
Wir betraten das Gebäude – schummriges Licht, ein Boden aus Pflastersteinen, das Heulen eines Bombenabwurfs, der Knall der Explosion, Häuserwände mit Einschusslöchern übersät, der Hall deutscher Befehle und das Unheil verheißende Geräusch marschierenden Soldaten empfing uns… willkommen im Warschau von vor fast 75 Jahren!

Herrn  Bogdan, ein Augenzeuge des Warschauer Aufstandes, hieß uns ganz herzlich willkommen. Er erzählte uns seine Geschichte und die seines Volkes. Herrn  Bogdan ist 1932 in Warschau geboren worden und hatte die deutsche Besatzung und den Aufstand als 12jähriges Kind erlebt.  Als er immer mehr auf Einzelheiten einging, bemerkten wir wie manchmal seine Hand zitterte. Er schien so viele Dinge miterlebt zu haben und die ihn sehr stark prägten, wie z.B. die Kämpfe zwischen den deutschen Besatzern gegen die polnischen Freiheitskämpfer, denen auch sein Vater angehörte. Sein Vater fiel in diesen Kämpfen, er selbst kam als Kind ins Konzentrationslager von Auschwitz …

 

 

Dieser Mann, der mir anfangs so lebenslustig erschien, war durch den Krieg gezeichnet. Die Ereignisse jener Zeit schienen sich in seinen Erinnerungen eingebrannt zu haben.

Ich war tief bewegt und fühlte mich eingeschüchtert durch diese detaillierten Schilderungen…

 

Am Nachmittag verarbeiteten wir in den Workshops das im Museum Gehörte und Gesehene. Wir entwarfen zum Thema „Warschauer Aufstand“ für das Museum Arbeitsmaterialien für Schüler.  

Siyar

2. Tag in Warschau

Unsere Studiengruppe meldet sich aus Warschau von ihrer Studienreise … 

Hier nun ihr Bericht vom 2. Tag  …

Heute waren wir gemeinsam mit unserer Erasmus+ Gruppe in der Altstadt von Warschau und besichtigten die verschiedenen Schauplätzen des Warschauer Aufstandes. Besonders interessant waren die Ausführungen über die Rolle der polnischen Kinder während des Warschauer Aufstandes. 

 

Bei einem wohltuenden Mahl vom Pizza-Hut tauschten wir uns intensiv über die gewonnenen Eindrücke aus.

Anschließend fuhren wir ins Fotoplastikon, einem der wichtigsten historischen Denkmäler Warschaus. Während der deutschen Besatzungszeit von 1939 bis Mitte Januar 1945 wurde dieser Raum von den deutschen Behörden nicht kontrolliert, sodass sich dort polnische Widerstandskämpfer treffen konnten.

Von Wistula – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18583108

Hier sichteten wir Originalfotos der Stadt Warschau vor dem Zweiten Weltkrieg.

Im Nachgang besuchten wir den Vortrag eines Warschauer Bürgers, der uns über die verschiedenen Etappen der Zerstörung seiner Stadt während des Zweiten Weltkrieges berichtete. Der Vergleich mit den Originalbildern verdeutlichte uns dabei das Ausmaß dieser Zerstörung. 

     Bericht von Max